Abschied von „Drei-Streif“ – Die Künstlerin im Fotoclub

Drei-Streif im Januar 2011

Nordhausen, irgendwann in den 80er Jahren, ich bin zu Besuch bei meiner Oma. In der Luft liegt ein ganz besonderer Duft – nein, eigentlich ist es mehr als das, es ist der unverkennbare Geruch, den nur die alte Kaffeerösterei „Drei Streif“ hervorbringen kann, wenn sie – ja, was eigentlich? Verbrannte da irgendetwas? Alte Kaffee-Röstanlagen? So genau weiß ich das bis heute nicht…

Meine Oma arbeitete viele Jahre bei „Drei Streif“, das war auch immer irgendwie Thema, bei allen Familienfeiern und immer, wenn ich bei ihr war. Einmal hab ich sie dort besucht, in ihrem kleinen, dunklen Büro, in diesem alten, seltsamen Gebäude. Und einmal nahm sie mich mit zum Betriebs-Kinderfest.

Ach, dieses „Drei Streif“. Meine Oma kam durch ihre Arbeit dort an die heißbegehrten gerösteten Erdnüsse, an Erdnußflips und an Salzstangen. Weiß der Geier, wie sie das gemacht hat. Beziehungen eben.

Dann kam die Wende, meine Oma ging irgendwann in Rente, „Drei Streif“ machte dicht, das Gebäude verfiel. (Das ist meine ganz persönliche Sicht, natürlich passierte dazwischen noch einiges anderes…)

Und nun – steht der Abriß bevor.

Die Künstlerin Olena Schirmmeister, Lena genannt, hat am 22. Februar – zusammen mit der Jugendkunstschule Nordhausen – das alte Gebäude mit einer besonderen Kunstaktion verabschiedet. Einige alte Rollen Verpackungsmaterial der Kaffee-Firma hatte sie gefunden, und diese nun für eine Installation verwendet – lange Streifen hängen aus den Fenstern, kleiden das Haus ein letztes Mal.

Und ich – habe die Aktion verpaßt! Ja ja, wenn man sich nicht alles in seinen Kalender einträgt.. Doch zum Glück waren Mitglieder des Fotoclubs Nordhausen e.V., dem ich seit kurzem ebenfalls angehöre, vor Ort, und zur Finissage der Ausstellung „Meine Motive“ am Samstag, den 27. Februar, war so die Gelegenheit, wenigstens die Fotos anzuschauen, die Wolfgang Reuter, Leiter des Fotoclubs, von der Aktion gemacht hatte. Um so schöner, daß auch die Künstlerin zugegen war…

Danke, Lena!

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